CHLORDOSIERANLAGEN IN TRINKWASSER-GEBÄUDEINSTALLATIONEN

Chlor drin, alles gut?

Schema der Membran-Elektrolyse einer NaCl-Lösung

Chlordosieranlagen werden in Trinkwasser-Gebäudeinstallationen häufig als Lösung bei Legionellenkontaminationen eingesetzt. Ihre Wirkung ist jedoch von zahlreichen hydraulischen, mikrobiologischen und chemischen Einflussgrössen abhängig. Eine ausreichende Desinfektionsleistung kann aufgrund der zulässigen niedrigen Wirkstoffkonzentrationen und der permanenten Chlorzehrung oft nicht in der gesamten Installation erreicht werden. Gleichzeitig können gesundheitsrelevante Desinfektionsnebenprodukte entstehen.

In der aktuellen Ausgabe von AQUA & GAS vom SVGW | Fachverband für Wasser, Gas und Wärme beleuchten Thomas Leiblein, PhD, Reto Cavelti und Stefan Kötzsch gemeinsam mit Thomas Hofmann die Grundlagen, Einflussgrössen und Risiken von Chlor- und Chlordioxid-Dosieranlagen.

Der Fachbeitrag zeigt anhand von Daten aus der Praxis von Spitälern sowie Pflege- und Alterszentren:
• Eine Depotwirkung im gesamten Leitungssystem ist kaum erreichbar.
• Biofilme, Temperaturen, Hydraulik, Materialien und Wasserzusammensetzung beeinflussen den Desinfektionserfolg.
• Chlorit, Chlorat, Trihalogenmethane und weitere Nebenprodukte müssen überwacht werden.
• Die Prozesskontrolle muss unabhängig, risikobasiert und über die gesamte Trinkwasserinstallation geplant werden.
• Technische und betriebliche Ursachen einer Kontamination müssen erkannt und behoben werden.

Chlordosieranlagen können den Betrieb bei einer Kontamination zeitlich absichern. Sie ersetzen keine fachgerechte Ursachenanalyse und keine notwendigen technischen Korrekturmassnahmen.

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Juli 2026, Thomas Leiblein