LEGIONELLENKONFERENZ 2026

Legionellenprävention in grossen Gebäudeportfolios

Teilnehmende Poster-Session Legionella 2026 Zürich

Wie lassen sich Massnahmen zur Legionellenprävention über rund 1’950 Gebäude hinweg sinnvoll priorisieren? Dieser Frage widmet sich unser Poster «From Compliance to Control», das wir an der 11th International Conference on Legionella 2026 in Zürich vorgestellt haben.

Gemeinsam mit Immobilien Stadt Zürich und der Liverpool John Moores University haben wir einen risikobasierten Ansatz erarbeitet, der Laborbefunde mit technischen Gebäudedaten und klaren Entscheidungsabläufen verbindet. Ziel ist es, einzelne Befunde im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gebäude zu beurteilen und daraus nachvollziehbare Prioritäten für das gesamte Portfolio abzuleiten.

Vom Laborbefund zur Entscheidung

Das Modell berücksichtigt mehrere Kriterien: Welche Menschen nutzen das Gebäude? Wurde Legionella pneumophila nachgewiesen? Wie komplex ist die Trinkwasserinstallation und wie hoch ist die gemessene Belastung? Auch die rechtliche Einordnung fliesst in die Bewertung ein.
Diese gemeinsame Betrachtung hilft, den Handlungsbedarf einzuordnen und personelle sowie finanzielle Ressourcen gezielt einzusetzen. Standardisierte Abläufe legen fest, wie Laborergebnisse bewertet, Verantwortliche informiert und weitere Schritte ausgelöst werden.

Poster

From Compliance to Control 
A Risk-Based Triage Model for Strategic Legionella Prevention 
in Large Municipal Building Portfolios

Poster «From Compliance to Control» Legionellenprävention Stadt Zürich

Wissenschaft und Gebäudetechnik zusammenbringen

Für die praktische Anwendung werden mikrobiologische Ergebnisse mit Angaben zur Gebäudenutzung, zur Installation und zum Gebäudelebenszyklus verknüpft. Neu hinzugekommene Gebäude werden während der ersten zwei Jahre enger überwacht, um mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen.

Die Arbeit zeigt, wie sich Legionellenprävention als fortlaufende Aufgabe im Gebäudemanagement organisieren lässt. Beprobungen liefern dafür wichtige Informationen. Erst zusammen mit technischen Kenntnissen, klaren Zuständigkeiten und dokumentierten Abläufen entsteht eine Grundlage für vorausschauendes Handeln.

Der Ansatz wurde für das Portfolio von Immobilien Stadt Zürich entwickelt. Seine Übertragbarkeit auf andere Gebäudeportfolios muss noch geprüft werden. 

 

Autoren: Thomas Leiblein und Stefan Koetzsch, ewah AG; Andreas Bopp, Immobilien Stadt Zürich; Matt Tucker, Liverpool John Moores University.

Konferenzbeitrag: «From Compliance to Control – A Risk-Based Triage Model for Strategic Legionella Prevention in Large Municipal Building Portfolios», Poster P078, Poster presentation session 2.